> ## Documentation Index
> Fetch the complete documentation index at: https://docs.delicious-data.com/llms.txt
> Use this file to discover all available pages before exploring further.

# Bestellregeln

> Überplanung, Losgrößen, Lieferverzug und weitere Konfigurationen

Bestellregeln steuern, wie aus einer Absatzprognose ein konkreter Bestellvorschlag wird. Jede Regel kann pro Artikel, pro Verbrauchsort, pro Zeitraum und pro Wochentag konfiguriert werden. Bei Überschneidungen gewinnt die spezifischere Regel.

<Info>
  Bestellregeln werden im **Adminbereich → Bestellkonfiguration** verwaltet. Jede Regel hat 8 Konfigurationstabellen.
</Info>

## Bestellung aktivieren

Bevor ein Artikel bestellt wird, muss die Bestellung aktiviert sein. In der Tabelle **Bestellung** legst du fest:

* Welche Artikel an welchen Verbrauchsorten bestellt werden
* Optional eingeschränkt auf bestimmte Zeiträume oder Wochentage

Nicht aktivierte Kombinationen werden bei der Berechnung übersprungen.

## Mengenplanung (Überplanung)

Die Mengenplanung bestimmt, wie viel **über** der reinen Prognose bestellt wird — ein Sicherheitspuffer gegen Ausverkäufe. Im Adminbereich findest du sie in der Tabelle **Mengenplanung**. Es stehen vier Typen zur Auswahl:

| Typ                                  | Beschreibung                                                   | Beispiel                                                     | Wann verwenden?                                                   |
| :----------------------------------- | :------------------------------------------------------------- | :----------------------------------------------------------- | :---------------------------------------------------------------- |
| Verfügbarkeit                        | Bestellt am oberen Rand der Prognoseverteilung                 | 70 % → in 7 von 10 vergleichbaren Tagen reicht die Menge aus | **Standard.** Passt sich automatisch an die Nachfrage-Streuung an |
| Absolute Sollretoure                 | Feste Stückzahl, die im Schnitt als Retoure einkalkuliert wird | +5 Stück pro Tag                                             | Feste Reserven, z.B. für Personalverkauf oder Catering-Puffer     |
| Relative Sollretoure (Verkaufsmenge) | Sollretoure als Prozentsatz der erwarteten Verkaufsmenge       | +20 % über Prognose                                          | Saisonale Hochphasen mit systematisch höherem Bedarf              |
| Relative Sollretoure (Liefermenge)   | Sollretoure als Prozentsatz der berechneten Liefermenge        | +10 % auf Liefermenge                                        | Nachkorrektur, wenn Bestellmengen systematisch zu niedrig sind    |

<Tip>
  **Verfügbarkeit** ist die empfohlene Methode für die meisten Artikel. Ein Artikel mit stabilen Verkäufen (z.B. Mischbrot) braucht bei gleichem Wert automatisch weniger Puffer als ein volatiler (z.B. saisonales Gebäck). Starte mit **60–70 %** und passe bei Bedarf an. Werte außerhalb von 30–90 % zeigt das System mit einer Warnung.
</Tip>

## Bestellfaktor

Ein prozentualer Multiplikator auf die berechnete Bestellmenge. Wird nach der Überplanung, aber vor der Rundung angewendet.

* **110 %** — generell 10 % mehr bestellen (z.B. bei bekanntem Schwund auf dem Lieferweg)
* **90 %** — generell 10 % weniger bestellen (z.B. bei systematischen Überbeständen)
* **100 %** — kein Einfluss (Standard)

<Tip>
  Nutze den Bestellfaktor nicht als Ersatz für die Mengenplanung. Die Mengenplanung reagiert auf die Nachfrage-Streuung, der Bestellfaktor ist ein pauschaler Aufschlag. Beides zusammen ergibt selten Sinn.
</Tip>

## Lieferverzug

Die Anzahl Tage zwischen Bestellung und Lieferung. Wenn du heute bestellst und der Lieferverzug 1 Tag beträgt, kommt die Ware morgen an — das System berechnet den Bedarf ab morgen bis zur nächsten Lieferung.

Mehr dazu unter [Lieferverzug](/bakeries/order_automation/concepts/fulfillment_delay_de).

## Referenzartikel

Wenn ein Artikel zu wenig eigene Verkaufshistorie hat, kann ein **Referenzartikel** als Prognosebasis dienen. Das System nutzt dann die Verkaufsdaten des Referenzartikels für die Prognose.

Typische Anwendungsfälle:

* **Neuer Artikel** — nutze einen ähnlichen bestehenden Artikel als Referenz, bis genug eigene Daten vorliegen
* **Saisonartikel** — ein Oster-Hefezopf kann auf den letztjährigen Oster-Hefezopf referenzieren
* **Umbenennungen** — wenn ein Artikel unter neuem Namen läuft, die alten Daten aber relevant sind

## Losgrößen & Rundung

Bestellmengen werden auf Gebindegrößen gerundet:

| Einstellung          | Beschreibung                                             |
| :------------------- | :------------------------------------------------------- |
| Bestell-Losgröße     | Gebindegröße (z.B. 12 Stück pro Karton)                  |
| Mindestbestellmenge  | Unter diesem Wert wird nicht bestellt                    |
| Rundung Losgröße     | Immer aufrunden, Immer abrunden oder Stochastisch runden |
| Rundung Mindestmenge | Wie die erste Gebindeeinheit gerundet wird               |

Mehr dazu unter [Losgrößen & Rundung](/bakeries/order_automation/concepts/batching_de).

## Mehrtages-Artikel

Für Artikel mit mehrtägiger Haltbarkeit ([Mehrtagesartikel](/bakeries/order_automation/concepts/multiday_de)) berechnet das System den Bestand über mehrere Tage. In der Tabelle **Mehrtages-Artikel** aktivierst du die Felder **Mehrtägige Bestellabdeckung** und **Bestandsführung** und steuerst so, wie der Bestandsverlauf fortgeschrieben wird.

## Ermittlung von Verkaufspotenzial

Zwei Flags in der Tabelle **Ermittlung von Verkaufspotenzial** steuern das Prognoseverhalten:

* **Prognostiziere Verkaufspotential** — aktiviert die KI-gestützte Prognose des Verkaufspotenzials für diesen Artikel. Ohne dieses Flag wird der reine Absatz statt des potenziellen Bedarfs verwendet.
* **Substituierbar** — erlaubt dem System, ähnliche Artikel bei der Prognose zu berücksichtigen. Nützlich bei wechselnden Sortimenten.

Mehr dazu unter [Substituierbare Artikel](/bakeries/order_automation/concepts/substitution_de).

## Regelpriorität

Jede Regel hat einen **Rang** (Priorität). Bei Überschneidungen gewinnt die Regel mit dem höheren Rang. Standardmäßig werden Ränge so vergeben, dass spezifischere Regeln Vorrang haben:

1. **Artikel + Verbrauchsort** (höchster Rang)
2. **Artikel + Verbrauchsort-Tag**
3. **Artikel-Tag + Verbrauchsort**
4. **Artikel-Tag + Verbrauchsort-Tag** (niedrigster Rang)

Innerhalb einer Ebene gewinnt die Regel mit dem engeren Zeitraum oder spezifischeren Wochentag.

<Info>
  Der Rang kann manuell angepasst werden, um Ausnahmen zu erstellen — z.B. eine allgemeine Tag-Regel, die trotzdem Vorrang vor einer spezifischen Artikel-Regel hat.
</Info>
